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Schreibexperimente

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Jedes neue Schreibprojekt ist für mich ein Experiment. So wie auch Literatur keine Konstante ist, sondern ständig in Bewegung. Schriftsteller vor hundert Jahren haben völlig anders geschrieben als wir heute. Und auch wir sammeln mit jedem neuen Buch Erfahrung, die ins nächste Projekt fließt, in dem wir sofort wieder Neues ausprobieren.

Ich mag dieses Forschen nach Neuem, das Einlassen auf neue Genres, Erzählperspektiven, das Spielen mit Tropes, um ihnen ein neues Gewand verleihen. Daher sehe ich es auch als Herausforderung, jedem Buch etwas Eigenständiges zu verpassen, in dem meine Leser:innen trotzdem noch meinen Stil wiedererkennen. 

Das Zitat stammt aus meiner Beschäftigung mit Poetry-Slams, die ich als Stilmittel  für meine rebellischen Dunkelelben in Elbendunkel, einer Fantasy-Dystopie, gewählt habe. Politische Songlyrik kommt darin ebenfalls vor.

Für meinen Erwachsenenroman „Das Lied der Wölfe“ habe ich mich mit Soldatenjargon auseinandergesetzt. Ich werfe einen Ex-Elitsoldaten als Helden auf, um ihn anschließend  Stück für Stück wieder zu demontieren, und zu zeigen, dass er nicht der Held war, für den ihn alle gehalten haben, dass er voll von Angst und komplizierter Vergangenheit ist, und dass sein "Heldentum" Auswirkungen auf andere hatte, die ihm überhaupt nicht bewusst waren. Und das als Nebenerzähltstrang in einer Romance! Why not?

Ich wechsle zwischen Ich-Erzähler und 3. Person, mal Gegenwart, mal Vergangenheit. In meinem aktuellen Erwachsenenroman taste ich mich nun an eine neue Herausforderung heran: Historisch Schreiben. Leute, ich recherchiere mich gerade zu Tode. Aber es ist unglaublich, was ich dadurch für mein Projekt, für mein eigenes Leben zu Tage fördere und worüber ich wahrscheinlich noch sehr lange nach VÖ des Buches nachdenken werde.

Experimentieren ist das Dopamin für uns Schreibende, das Runner´s High, das uns Fehlschläge, Blockaden und  den Struggle mit Abgabeterminen vergessen lässt.

Probiert es mal aus, schlüpft aus eurer Komfortzone des ewig Gleichen und aus den Scheren im Kopf aka „wird der Verlag das wollen?“ oder „verkauft sich das?“. Darüber könnt ihr euch hinterher noch genug Gedanken machen, und wie ihr es am besten verkauft ;)

Ich wünsche euch einen kreativen Sonntagabend!

 

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