Visionäre Ideen und Liebe zur Kultur - Die Geschichte der Buchhandlung Ludwig

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Die Premierenlesung zu meiner Chosen - Reihe habe ich für die Aktion "Save Ludwig" in der Buchhandlung Ludwig am Kölner Hauptbahnhof gelesen.

Jetzt fragt ihr euch sicher, was eine Münchner Autorin mit einer Kölner Buchhandlung zu tun hat?

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Ich unterstütze die Buchhändler Marcel und Jenny in ihrem Engagement, ihre Buchhandlung am Kölner Hauptbahnhof zu erhalten, weil

- ich es unglaublich schade finde, dass in Zeiten, in denen örtliche Buchhandlungen immer mehr von dem Online-Buchhandel verdrängt werden und aus unserem Stadtbild verschwinden, ausgerechnet eine Buchhandlung neuen Sicherheitskonzepten weichen soll.
- ich mich persönlich im Bahnhof davon überzeugt habe, dass es eine große Anzahl an Geschäften fürs leibliche Wohl und Drogeriemärkte gibt, die ebenfalls für den Platzbedarf der Bundespolizei zur Verfügung stehen könnten und
- ich mich daher frage, warum wieder einmal die Kultur, das "geistige" Futter weichen soll, wenn es doch Alternativen gibt.
- für mich ein Bahnhof ohne Buchhandlung wie ein Spielplatz ohne lachende Kinder ist, denn gerade im Reisetrubel, der auf einem Bahnhof herrscht, ist eine Buchhandlung für mich ein Sehnsuchtsort, eine Insel der Ruhe, auf die man sich zurückziehen, in fremde Welten entschlüpfen, in den Neuerscheinungen schmökern und Leseschätze entdecken kann.
- ich keine Alternativbuchhandlung in näherer Umgebung entdeckt habe, die ein so breites, schönes Sortiment bietet und der "Bücherglaspalast" nicht nur beeindruckend aussieht, sondern in seinem Inneren auch dieses ganz besondere Wohlgefühl vermittelt, wie es nur einigen wenigen Buchhandlungen gelingt und Ludwig gehört definitiv dazu ❤️.
- die Buchhändler Marcel und Jenny unheimlich sympathische, buchbegeisterte Menschen sind, die um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes kämpfen und
- es sich hier um eine Bahnhofsbuchhandlung mit einer faszinierenden Geschichte handelt, die ich euch im Folgenden gerne erzählen möchte:

Buchhandlung Ludwig

LUDWIG am Hauptbahnhof Köln ist eine Buchhandlung, die auf eine ganz besondere Tradition zurückblicken kann.
Nachdem der Zeitungskaufmann und Werbeleiter Gerhard Ludwig (* 27. Juni 1909 in Berlin; † 19. April 1994 in Köln) zunächst am 27. Juni 1946 einen provisorischen Stand zum Presseverkauf im Kölner Hauptbahnhof gestartet hatte, eröffnete er im Dezember 1949 die erste Sortimentsbuchhandlung auf dem Gebiet der Deutschen Bundesbahn. Man kann ihn daher als Pionier des Bahnhofsbuchhandels bezeichnen.
Doch mit dem Verkauf von Büchern allein gab sich Gerhard Ludwig nicht zufrieden. Vielmehr bemühte er sich seit Dezember 1950 darum, das kulturelle Leben zu fördern.
Im so genannten „Dritten Wartesaal“ der Bahnhofsbuchhandlung organisierte er die "Mittwochgespräche" und später unter dem Motto „Der grüne Teppich - Freier Eintritt, Freie Fragen, Freie Antworten“ politisch-kulturelle Veranstaltungen, zu denen prominente Gäste aus der ganzen Republik kamen, Vorträge hielten oder aus ihren neuesten Veröffentlichungen lasen. Die Bahnhofsbuchhandlung wurde zu einem Treffpunkt der jungen Demokratie und die teils hitzigen Debatten fanden große Resonanz bei Publikum und Medien, teilweise strömten über 800 Zuschauer in die Bahnhofsbuchhandlung. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Heinrich Böll, Joseph Beuys, Erich Mende, Ludwig Erhard, Werner Finck, Peter Bamm, Bernhard Grzimek, Peter Lorre, Gottfried Benn, Theodor W. Adorno, Rudolf Augstein, Gustaf Gründgens, Caterina Valente, Heinz Rühmann, Horst Buchholz oder Ernst von Salomon. Es wurden auch politische Themen wie „Pressefreiheit“ (21. Mai 1952), die „Wiederbewaffnung“ (3. November 1954) oder „Todesstrafe ja oder nein?“ (16. März 1955) in Gerhard Ludwigs Bahnhofsbuchhandlung heiß diskutiert.
Man kann durchaus sagen, dass Gerhard Ludwig ebenfalls ein Pionier der Talkshows war, denn seine Mittwochsgespräche gelten als Deutschlands erste Gesprächssendung, die teilweise im Hörfunk übertragen wurde und aus der später der TV-Talk im Westdeutschen Fernsehen mit Dieter Thoma und Alfred Biolek entstand.
Leider wurden die Mittwochsgespräche im Zuge von Umbauarbeiten am Bahnhof im Sommer 1956 beendet. Doch ihre Tonbandmitschnitte blieben uns erhalten, wurden 1990 erneut ausschnittsweise im Hörfunkprogramm des WDR gesendet und befinden sich heute im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Jedermann kann sie sich dort gerne anhören.
Auch wenn die Zeit der Mittwochsgespräche vorbei ist, so bemüht sich die Buchhandlung Ludwig seither jährlich um ein hervorragendes Veranstaltungsprogramm. So führten beispielsweise die Lesungen von Hamed Abdel-Samad aus "Mohamed - Eine Abrechnung", Kai Meyer aus "Die Krone der Sterne" und Markus Heitz aus "Des Teufels Gebetbuch" zu großen Besucherströmen und Aktionen wie "Star Wars Reads Day", der "Gratis Comic Tag" oder das Event "20 Jahre Panini Comics" ließen die Herzen der Fans höherschlagen.

Im Alter von 79 Jahren zog sich Ludwig 1988 aus dem Geschäftsleben zurück und verkaufte seine Buchhandlung an die Stuttgarter Unternehmensgruppe Dr. Eckert, die jedoch den renommierten Namen LUDWIG für die großen Bahnhofsbuchhandlungen ihrer Kette beibehielt. Er steht bundesweit für eine gelungene Kombination aus aktuellen Pressefachgeschäften und klassischen Buchhandlungen.
Ludwig bietet seinen Kunden von Spannung- und Unterhaltungsliteratur über Sachbücher oder Special Interest-Titel sowie aktuellen Presseerzeugnissen alles, was das Herz begehrt. Selbstverständlich gehören auch E-Books und E-Reader zum Sortiment. Wie bei jeder guten Buchhandlung steht bei der Buchhandlung Ludwig für die Mitarbeiter jedoch eine hervorragende, fachkundige Beratung im Vordergrund, damit sich der Kunde nicht im dichten Wald der Neuerscheinungen verliert.
Davon konnte ich mich bei Marcel persönlich überzeugen. Er leitet den Kinder- und Jugendbuchbereich, kennt sich bestens in den aktuell lesenswerten Titeln aus und hat mir einige besondere Bücher empfohlen.
Sollte einmal keine Zeit vorhanden sein, um der Buchhandlung persönlich einen Besuch abzustatten, bietet LUDWIG zudem Onlinebestellungen an.

LUDWIG ist daher nicht nur eine Buchhandlung mit einem weitsichtigen Gründer und einer beeindruckenden Geschichte. Sie ist weitergewachsen, hat den Zug der Zeit nicht versäumt, sondern sich erfolgreich den aktuellen Bedürfnissen und Interessen ihrer Kunden angepasst. Sie verfügt über eine große Stammkundschaft und - bedingt durch die Bahnhofslage - über eine beträchtliche Laufkundschaft. Die Gespräche der Geschäftsleitung mit der Bahn und der Bundespolizei sind im Gange. Ich drücke den Mitarbeitern die Daumen, dass es den drei Parteien gelingen wird, die Buchhandlung Ludwig im Kölner Hauptbahnhof zu erhalten und andere Räumlichkeiten für die erforderlichen Erweiterungsmaßnahmen der Bundespolizei zu finden.

Quellen:
Lesungsplakat Rena Fischer ©Marcel Jansen
Außenfoto Buchhandlung Ludwig ©Svenja Feierabend
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ludwig
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/der-buchhandlung-ludwig-im-koelner-bahnhof-wurde-gekuendigt-14592514.html
https://saveludwig.wordpress.com/chronik/

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Snippet aus meinem neuen Jugendbuchprojekt

Elbendunkel Stadt Kopie

Mein neues Projekt zeichnet eine Zukunft, die mit technischem Fortschritt und menschlichem Rückschritt einhergeht.
Die Hauptfigur Luz führt seit frühester Kindheit ein privilegiertes Leben. Als einzige, über alles geliebte Tochter von Jago Hernández verdrängt sie die Rolle, die ihr Vater in einem politischen Umfeld aus sich zuspitzender Gewalt, Rassismus und Rücksichtslosigkeit spielt.

Bis eine einzige Nacht alles ändert.

"Das Einzige, was mich davon abhält, Jago Hernández’ geliebte kleine Prinzessin auf der Stelle zu töten und wie ein Verdurstender den Schmerz in seinen Augen zu trinken, ist dein Wert als Tauschobjekt. Leben gegen Leben. Verstehst du das?"

Liebe schlägt in Verachtung und Hass um, Freundschaften zerbrechen und Luz lernt plötzlich eine andere Seite ihres Vaters kennen.

"Die Tür fiel laut hinter einem Mann ins Schloss, der mit schnellen Schritten auf sie zukam. Noch nie hatte sie sein vertrautes Gesicht mehr geliebt und sie wollte sich so gerne in seine Arme fallen lassen und spüren, wie er ihr über den Kopf strich und sagte „Alles wird gut, Luz“. Aber ihr Vater ging mit aschfahlem Gesicht einfach weiter, an Luz vorbei, als wäre sie gar nicht im Raum, als würde er seine Tochter gar nicht erkennen."

An wen soll sie sich wenden, wenn das Geheimnis ihrer Vergangenheit sowohl ihren Vater als auch dessen Gegner zu ihrem Feind macht?

"Zeit war ein eigenartiges Gewand. Manchmal rutschte sie einem durch die Finger wie Seide. Oder wärmte einen wie Wolle. Gerade schnürte sie sich um ihren Körper wie eine Zwangsjacke."

Nur wenige Stunden waren vergangen.
Stunden, in denen Luz von der geliebten Prinzessin zur Gejagten wurde.

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Tag des Kusses

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Am 6. Juli war der Tag des Kusses. ❤


Passend hierzu habe ich für euch eine Szene aus Chosen - Die Bestimmte ausgewählt:

Regen.

Splitter, hart wie Eis. 

Wasser, das auf meiner Haut zerplatzt.

Ich fühle alles um mich herum intensiver als sonst. Die Luft duftet nach Erde und feuchtem Gras und nach ihm. Ich atme tief ein und diesmal zögere ich nicht, sondern führe meine kalten, bebenden Finger in sein nasses Haar, ziehe ihn näher an mich heran und lege meine Lippen auf seinen Mund.
Ganz zart.
Ich fühle, wie er überrascht zusammenzuckt, aber ich höre nicht auf, umkreise erst seine Oberlippe, taste mich dann zu seiner Unterlippe, versuche, jeden Millimeter seiner Haut zu erkunden, wie ein Blinder, der endlich sehen möchte, und tippe dann mit meiner Zungenspitze sanft auf die Mitte. Er erwacht aus seiner Starre und flüstert meinen Namen gegen meinen Mund.
Und dann küsst er mich zurück, fest, wild und besitzergreifend, aber ich habe sowieso das Gefühl, nie wieder meine Lippen von seinen lösen zu wollen.

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Lesung aus Chosen in Köln

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Ein wenig Bammel hatte ich schon vor meiner ersten öffentlichen Lesung ;)

Aber ich vermute, das geht jedem Autorenneuling ähnlich. An diesem Samstag bin ich kurz nach vier aufgestanden, um den Zug pünktlich zu erwischen. Zu dieser Tageszeit sind die Schatten unter den Augen der Mitreisenden dunkler als die Polster im ICE und der Kaffee wird den Bahnmitarbeitern förmlich aus der Hand gerissen :D


In Mannheim musste ich umsteigen und traf Timo von https://bucheleganz.blogspot.de, der mich nach Köln begleitete. Wir haben uns über Bücher und Autoren unterhalten, die wildromantische Rheinlandschaft bewundert und uns über die Junggesellenabschiedsgruppen amüsiert, von denen uns auf der Fahrt gleich drei begegneten. So verging die Zeit wie im Flug und als wir in Köln auf Höhe der Treppen ausstiegen, entwischten wir versehentlich den Buchhändlern Marcel und Jenny sowie meinen Autorenkolleginnen Tanja Voosen und Amelie Murmann, die so lieb waren und uns bereits am Bahnsteig in Empfang nehmen wollten. ❤️

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