Renas Freitagsgedanken 15.4.17: Schreibt ihr Tagebücher und fließen manche eurer Aufzeichnungen in eure Geschichten ein?

NewYork

Ich schreibe nicht regelmäßig Tagebuch, aber ich notiere mir schon lange Eindrücke oder Erlebnisse, die mich besonders bewegt haben.
Viele ältere Aufzeichnungen sind rückblickend natürlich unreif und haben eher einen nostalgischen Charakter für mich. Ich verwende nicht den Stil, sondern mehr die Idee oder das Bild hinter ihnen.
Ein Beispiel:
Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal New York besucht habe, beschrieb ich, wie ich früh morgens zum Fulton Fish Market gefahren bin, um New York einmal abseits der Haupttouristenziele kennenzulernen. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Geruch von Salz und rohem Fisch, an den Lärm und die vielen chinesischen Arbeiter, die emsig die Fracht ausluden. Ganz in der Nähe gab es damals ein Café, in dem ich hinterher frühstückte. Es nannte sich „Café Fledermaus“, und inszenierte in seinem Inneren die Wiener Kaffeehauskultur, von der Einrichtung bis hin zu den Walzerklängen. Inmitten dieses österreichischen Ambientes, umgeben von ebenfalls frühstückenden chinesischen Hafenarbeitern, aß ich typisch amerikanische Brownies und wurde von einem italienischen Kellner namens Michele bedient. Ich fand das unheimlich faszinierend, für mich war das damals der Inbegriff des Melting Pot.

Da der zweite Teil von Chosen (Das Erwachen) ebenfalls zu Teilen in New York spielt, wollte ich diese Szene unbedingt einarbeiten. Und dann musste ich bei meinem Besuch in New York letztes Jahr feststellen, dass das Café Fledermaus mittlerweile in die Museum Mile umgezogen ist. Mein schönes Bild war weg! Da ich mein Setting aber immer sehr genau recherchiere, kam es für mich nicht in Frage, das Café Fledermaus einfach an seinem alten Ort zu schildern. Ich habe daher die Szene in die Nähe des Central Parks verlegt und das Café Fledermaus auf eine andere, ebenfalls amüsante Weise in die Geschichte eingeflochten.😉

Wie sieht das bei euch aus? Verwendet ihr alte Aufzeichnungen aus Tagebüchern oder Skizzenheften?

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Freitagsgedanken 7.4.17: Mein Herz tanzt

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Heute geht es in den Freitagsgedanken, um Texte, die unser Herz zum Tanzen gebracht haben.

Sind wir nicht alle dahingeschmolzen, als Darcy und Elizabeth in „Stolz und Vorurteil“ endlich zusammenkamen? Doch zu tanzen begann mein Herz erst ein wenig später, bei der Szene, als Elizabeth ihren Liebsten fragt, wie er sich trotz ihres (für damalige Zeit) ungewöhnlichen Verhaltens in sie hatte verlieben können und dann klug analysiert:
„Gegen meine Schönheit warst du ja von Anfang an immun, und meine Manieren, mein Benehmen dir gegenüber grenzte jedenfalls an Unhöflichkeit. Und ich habe nie mit dir gesprochen, ohne den Wunsch, dir wehzutun. Sei ehrlich, hat meine Impertinenz dich beeindruckt?“
„Dein Witz und Esprit.“

Ich liebe den Charakter von Elizabeth mehr als alle anderen Figuren von Jane Austen.

Eine ganz andere, unfassbar tragische Liebesgeschichte, deren Niedergang bis zur völligen Katastrophe minutiös und mit unglaublich starken Worten von Richard Yates erzählt wurde, ist „Revolutionary Road“ (Zeiten des Aufruhr). Auch sie brachte mein Herz zum Tanzen, wenn auch auf sehr traurige Weise:

„Sie lächelte noch, als sie wieder in der Küche war und das Frühstücksgeschirr in den dampfenden Schaum der Spüle beförderte, sie lächelte noch, als sie die Papierserviette mit dem Computerdiagramm sah, und selbst da erstarb ihr Lächeln nicht: Zitternd machte es sich breit und verfestigte sich dann zu einer starren Grimasse, während ein Krampf ihr immer wieder die Kehle erschütterte, bis die Tränen schließlich hervorbrachen und ihr so rasch über die Wangen liefen, dass sie Mühe hatte, mit dem Abwischen nachzukommen.“

Welche Worte haben euch berührt und euer Herz zum Tanzen gebracht?

Weitere Texte findet ihr bei Ava :)

http://avareed.blogspot.de/2017/04/freitagsgedanken_7.html 

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Freitagsgedanke am 31.3.17: Zuerst denken, dann reden?

Reden

 

Trägst du dein Herz auf der Zunge oder überlegst du immer ganz genau was du wie sagst?

Das, was wir sagen, ist wie eine Tür zu unserem Herzen. Wie weit öffnen wir sie für andere?
Ich denke, dass es bei jedem Menschen einen großen Unterschied macht, wer der jeweilige Gesprächspartner ist. Bei nahen Angehörigen oder Freunden wird man leichter „sein Herz auf der Zunge tragen“, weil man die Reaktionen der anderen besser einschätzen kann und weiß, dass sie einem die Worte in aller Regel nicht so schnell krumm nehmen werden.

Doch wie sieht das im Umgang mit Menschen aus, die einem fremd sind oder die man nicht ganz so gut kennt?

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Freitagsgedanken

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Ava Reed hat eine ganz wunderbare Aktion ins Leben gerufen, die sie "Freitagsgedanken" nennt:

"Jeden Freitag ein anderes Thema, jeden Freitag andere Gedanken! Nicht nur rund ums Buch, sondern auch rund ums Leben. Es soll vielfältig werden und bunt, abwechslungsreich. Es soll Spaß machen und an manchen Tagen vielleicht auch zum Nachdenken anregen."

Ich finde, das ist eine ganz fantastische Idee und die Themen, die Ava bislang vorgab, klingen wirklich super interessant. Ab morgen bin ich auch mit dabei. 😊 Ihr könnt meine Freitagsgedanken zu allen möglichen bunten Themen daher gerne hier auf meinem Blog nachlesen.

Die Freitagsgedanken der anderen Teilnehmer findet ihr hier auf Avas Blog:

 http://avareed.blogspot.de/p/faktenfreitag.html 

Alles Liebe

Rena

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