Snippet aus meinem neuen Jugendbuchprojekt

Elbendunkel Stadt Kopie

Mein neues Projekt zeichnet eine Zukunft, die mit technischem Fortschritt und menschlichem Rückschritt einhergeht.
Die Hauptfigur Luz führt seit frühester Kindheit ein privilegiertes Leben. Als einzige, über alles geliebte Tochter von Jago Hernández verdrängt sie die Rolle, die ihr Vater in einem politischen Umfeld aus sich zuspitzender Gewalt, Rassismus und Rücksichtslosigkeit spielt.

Bis eine einzige Nacht alles ändert.

"Das Einzige, was mich davon abhält, Jago Hernández’ geliebte kleine Prinzessin auf der Stelle zu töten und wie ein Verdurstender den Schmerz in seinen Augen zu trinken, ist dein Wert als Tauschobjekt. Leben gegen Leben. Verstehst du das?"

Liebe schlägt in Verachtung und Hass um, Freundschaften zerbrechen und Luz lernt plötzlich eine andere Seite ihres Vaters kennen.

"Die Tür fiel laut hinter einem Mann ins Schloss, der mit schnellen Schritten auf sie zukam. Noch nie hatte sie sein vertrautes Gesicht mehr geliebt und sie wollte sich so gerne in seine Arme fallen lassen und spüren, wie er ihr über den Kopf strich und sagte „Alles wird gut, Luz“. Aber ihr Vater ging mit aschfahlem Gesicht einfach weiter, an Luz vorbei, als wäre sie gar nicht im Raum, als würde er seine Tochter gar nicht erkennen."

An wen soll sie sich wenden, wenn das Geheimnis ihrer Vergangenheit sowohl ihren Vater als auch dessen Gegner zu ihrem Feind macht?

"Zeit war ein eigenartiges Gewand. Manchmal rutschte sie einem durch die Finger wie Seide. Oder wärmte einen wie Wolle. Gerade schnürte sie sich um ihren Körper wie eine Zwangsjacke."

Nur wenige Stunden waren vergangen.
Stunden, in denen Luz von der geliebten Prinzessin zur Gejagten wurde.

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Tag des Kusses

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Am 6. Juli war der Tag des Kusses. ❤


Passend hierzu habe ich für euch eine Szene aus Chosen - Die Bestimmte ausgewählt:

Regen.

Splitter, hart wie Eis. 

Wasser, das auf meiner Haut zerplatzt.

Ich fühle alles um mich herum intensiver als sonst. Die Luft duftet nach Erde und feuchtem Gras und nach ihm. Ich atme tief ein und diesmal zögere ich nicht, sondern führe meine kalten, bebenden Finger in sein nasses Haar, ziehe ihn näher an mich heran und lege meine Lippen auf seinen Mund.
Ganz zart.
Ich fühle, wie er überrascht zusammenzuckt, aber ich höre nicht auf, umkreise erst seine Oberlippe, taste mich dann zu seiner Unterlippe, versuche, jeden Millimeter seiner Haut zu erkunden, wie ein Blinder, der endlich sehen möchte, und tippe dann mit meiner Zungenspitze sanft auf die Mitte. Er erwacht aus seiner Starre und flüstert meinen Namen gegen meinen Mund.
Und dann küsst er mich zurück, fest, wild und besitzergreifend, aber ich habe sowieso das Gefühl, nie wieder meine Lippen von seinen lösen zu wollen.

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Lesung aus Chosen in Köln

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Ein wenig Bammel hatte ich schon vor meiner ersten öffentlichen Lesung ;)

Aber ich vermute, das geht jedem Autorenneuling ähnlich. An diesem Samstag bin ich kurz nach vier aufgestanden, um den Zug pünktlich zu erwischen. Zu dieser Tageszeit sind die Schatten unter den Augen der Mitreisenden dunkler als die Polster im ICE und der Kaffee wird den Bahnmitarbeitern förmlich aus der Hand gerissen :D


In Mannheim musste ich umsteigen und traf Timo von https://bucheleganz.blogspot.de, der mich nach Köln begleitete. Wir haben uns über Bücher und Autoren unterhalten, die wildromantische Rheinlandschaft bewundert und uns über die Junggesellenabschiedsgruppen amüsiert, von denen uns auf der Fahrt gleich drei begegneten. So verging die Zeit wie im Flug und als wir in Köln auf Höhe der Treppen ausstiegen, entwischten wir versehentlich den Buchhändlern Marcel und Jenny sowie meinen Autorenkolleginnen Tanja Voosen und Amelie Murmann, die so lieb waren und uns bereits am Bahnsteig in Empfang nehmen wollten. ❤️

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Was mache ich, seit ich mich schweren Herzens von Emma, Aidan und all den anderen liebenswerten Figuren aus Chosen getrennt habe?

Mein nächster Roman wird sich im Fantasy-Jugendbuchbereich in der Zukunft abspielen. Hauptfigur ist die siebzehnjährige Luz, deren Leben bei ihrem ersten Date eine dramatische Wendung nimmt ;) Das Setting wird San Francisco sein, eine Stadt, die ich vor vielen Jahren besucht habe und die in meiner Dystopie ungewohnt düstere Züge angenommen hat. Ich lasse euch mal in ein paar Zeilen hineinschnuppern:

"Hunderte von Teelichtern säumten die Stufen vor dem Schuleingang. Sie flackerten wie Toplichter auf den Masten schwankender Segelschiffe in einem Meer aus bunten Zetteln und Blüten, vor allem roter Rosen, Vanessas Lieblingsblumen, in deren scharlachfarbenen Fluten sich weiße Wellenspitzen von Lilien und Nelken brachen. Während Luz sich einen Weg zwischen ihnen bahnte und vorsichtig ihre Füße auf die kleinen Flecke steinernen Graus setzte, die hier und da trotzig zwischen dem Farbenrausch hervorlugten, erinnerte sie der süße Duft der Blüten und der des verbrennenden Wachses, an Kirchen, Aussegnungshallen und Tod. Zu vielen Beerdigungen hatte sie in ihrer Kindheit bereits beigewohnt. Sie schluckte den bitteren Geschmack in ihrem Mund hinunter und streifte mit ihrem Blick die handgeschriebenen Botschaften.
„Ich werde euch immer vermissen!“, stand da.
Oder: „Wir lieben euch!“
Das würde sie bestimmt nicht.
Und Luz fühlte sich kein bisschen schuldig dafür."

Parallel zu meinen Jugendbuchprojekten arbeite ich derzeit an einem Thriller im Young Adult Bereich. Hauptfigur ist der junge Student Elias, der sich mit einem übermächtigen Vater, einer verbotenen Liebe und einem selbst angestoßenen Spiel auseinandersetzen muss, über das er die Kontrolle verliert. Die Idee dazu bekam ich witzigerweise durch die Interviewfrage einer Leserin: „Was würdest du tun, wenn du nicht mehr schreiben könntest?“ Ich überlegte mir, was neben rein körperlichen Problemen, wie z.B. Erblinden zu Schwierigkeiten führen würde, was wohl passieren müsste, damit ein Mensch, der mit Leidenschaft schreibt, keinen einzigen Satz mehr zu Papier bringen könnte. Denn Elias sagt von sich selbst:

„Solange ich zurückdenken kann, hat die Dunkelheit der Nacht mich vor der unerbittlichen Kälte des Morgens geschützt. Bis heute hat sich das nicht geändert. Nachts streife ich die Rüstung meiner täglichen Windmühlenkämpfe von mir, entfessle die bereits schmerzenden Flügel meiner Gedanken und vergesse für ein paar Stunden, was es bedeutet, der Sohn von Konstantin Kramer zu sein. Dann gleitet mein Füller im gleichmäßigen Rhythmus auf eine ganz besondere Weise über das Papier. Und je mehr das strenge Weiß von dem geschwungenen Schwarz überlagert wird, desto stärker wächst dieses einzigartige Gefühl in mir. Als wäre es mir tatsächlich möglich, in einer Art inneren Einklang mit dieser grotesken Welt zu sein. Längst bin ich süchtig danach. Mit zweiundzwanzig gehen andere Studenten auf Parties, wechseln ihre Freundinnen, trinken oder kiffen. Meine dunklen Augenringe sind das Zeugnis einer ganz anderen Leidenschaft:
Dem Schreiben.“

Mehr will ich derzeit nicht verraten. Aber ich hoffe, ihr findet die Projekte genauso spannend wie ich ;)

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